Für Breitensport, gegen Olympia – (K)ein Widerspruch?!

Immer wieder hören wir von Seiten der Befürworterinnen und Befürworter, dass durch Olympia 2024 der Breitensport gefördert werden würde und sich nach dieser Logik alle Hamburger Breitsportlerinnen und Breitensportler für Olympia einsetzen sollten. Auch wir fordern eine Verbesserung der Angebote und Möglichkeiten für den Hamburger Breitensport, folgen dieser Logik des Senats aber nicht. Warum?

  • Sportstätten wie z.B. Turnhallen bzw. freie Zeiten werden in der wachsenden Stadt Hamburg dringend benötigt, nicht erst 2024, und nicht nach den Vorgaben des IOC. Der Senat muss jetzt tätig werden und in neue Sportstätten investieren. Nur so können Sportangebote sichergestellt werden, die im Übrigen auch eine wichtige Rolle bei der Integration von Flüchtlingen spielen. Im Zuge eines Zuschlags für Hamburg würden zwar neue Sportstätten gebaut, diese würden allerdings einige wenige zentrale Großprojekte werden. Genau das Gegenteil wird aber vom Breitensport benötigt: Viele dezentrale Stätten in den Vierteln, in denen die Sportlerinnen und Sportler leben.
  • Wir möchten, dass der Hamburger Sport frei von Großorganisationen wie dem IOC bleibt, die sich als Sprachrohr aller Sportlerinnen und Sportler sehen. Diese sprechen nicht für uns oder den Sportsgeist, ihr einziges Ziel ist die Profitmaximierung. Wir wollen nicht, dass das IOC das Image des Breitensports in den Schmutz zieht, wie es im Fußball durch FIFA und DFB unlängst geschehen ist. Zahlreiche IOC-Skandale z.B. um Korruption oder Umweltzerstörung rund um olympische Spiele sind bekannt und zeigen: Hier geht es nicht um nachhaltige Konzepte für die Zukunft Hamburgs. Übrigens: Sepp Blatter ist auch Mitglied im IOC – macht nicht gerade Hoffnung auf saubere Spiele.
  • Die Geschichte der olympischen Spiele ist genauso lang wie die Liste der Dopingfälle. Auch wenn dies natürlich nicht für alle Sportlerinnen und Sportler gilt und von Pauschalisierungen abzusehen ist, werfen diese Fälle doch jedes Mal ein schlechtes Bild auf den Sport. Das können wir in Hamburg verhindern.
  • Die Anzahl der Hamburgerinnen und Hamburger, die es schafft, sich für die Teilnahme an Olympia zu qualifizieren, ist gering. Für die anderen, die währenddessen in der Hansestadt Sport treiben wollen, werden die olympischen Spiele wohl keine Vorteile bieten – Straßensperrungen und Sicherheitszonen werden dafür sorgen, dass an eine Alsterrunde oder eine Radtour durch die Stadt kaum zu denken ist. Steuerfinanzierte Hochglanzstadien werden zwar einen reibungslosen Ablauf für die Sportelite garantieren, aber die Plätze und Hallen für den Breitensport bleiben in ihrem meist maroden Zustand.
"Sport statt Olympia!": NOlympia-Protest in Berlin

„Sport statt Olympia!“: NOlympia-Protest in Berlin (Copyright: Uwe Hiksch)

Weitere Informationen zum Thema erhaltet ihr beim Bündnis „Hamburger Breitensportler*Innen gegen Olympia“, an deren olympiakritischen Staffellauf wir auch mit mehreren Läuferinnen und Läufern teilgenommen haben.

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